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[#02] - Mummenschanz von Feywell

#1
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Mummenschanz von Feywell
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Das Lichtfest in Feywell gilt als das größte seiner Art in ganz Tasperin. Nach einer schwierigen Zeit soll das Fest im Jahr 1153 sogar noch pompöser werden als sonst. Am Ende soll es sogar in die Geschichte eingehen. Schlüpfe in die Rolle eines hochrangigen Militärs, eines angesehenen Geistlichen, eines vornehmen Adligen, oder dessen rechte Hand und finde heraus warum.



Zeit: 22.10.1153
Ort: Tasperin, Provinz Velhard, Feywell
Charaktere:
Alle Charaktere sind sowohl weiblich, als auch männlich gelesen verfügbar! Vorgefertigte Charakterbilder gibt es -> hier <-
  • Frau/Herr Hauptmann Sven*ja Normann (Hauptmann des Tasperiner Heers, 41 Jahre) - Ein respektierter Hauptmann, der sich durch eine Heldentat in der Vergangenheit eine persönliche Einladung zum Fest verdient hat. Es wäre für ihn eine willkommene Abwechslung zu den Streitereien mit seiner Gräfin / seinem Grafen gewesen, doch es sollte anders kommen.

  • Gräfin / Graf Theodor*a zu Niederbach (Herrscher*in von Hochfurt, 29 Jahre) - Eine verwöhnte, aber charmante Person aus gutem Hause, die neben einem guten Wein Duelle und Hetzjagden zu schätzen weiß. Und produktive Gespräche mit dem Hauptmann von Hochfurt. Vor allem darüber, wie die Sicherheit der Stadt verbessert werden kann. Ganz sicher!

  • Prior*in Paul*a von der Roggenweide (Geistliche*r, 60 Jahre) - Ein Person mit Erfahrung, die auf ein langes Leben im Dienste des Herrn Deyn Cador zurückblicken kann. Auch wenn sie sich dem Alter langsam aber sicher im wahrsten Sinne des Wortes beugen muss, ist ihr Verstand noch so scharf wie das Skalpell, das sie mit gekonnter Hand zu führen weiß.

  • Daniel*a (Bedienstete*r, 50 Jahre) - Die rechte Hand des Grafen / der Gräfin ist stets zur Stelle, wenn sie gebraucht wird. Oft sogar schon vorher. Wie ein Schatten folgt sie der Gräfin / dem Grafen auf Schritt und Tritt, mit wachen Augen und höflicher Distanz. Ihr stechender Blick treibt anmaßendes Volk schnell in die Flucht.


Spielleiter: Sam
Spieleranzahl: 4 Spielende (Domi, Annina, Lucas, Janny)
Spieltermin: 22.08.26, 20 Uhr (+ ggf. weitere Termine)



Am Ende soll der Artikel der Stadt Feywell ergänzt werden, um die Besonderheiten des Lichtfestes festzuhalten.
Zitieren

#2
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Mummenschanz von Feywell
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Bericht des Grafen von Niederbach
10. Eismond 1153

Erst vor wenigen Tagen konnte ich das erste Mal die berühmte Bastion des Westens in unserer königlichen Hauptstadt betreten. Unsere Majestät hat uns eine Audienz gewährt, in welcher wir im Rahmen einer kleinen Zeremonie einen nicht öffentlich zu tragenden Orden verliehen bekommen haben. Auf ihm prangt nicht nur das Wappen des Königshauses, sondern auch das Siegel unseres geliebten Reiches. Ich hatte natürlich mit einem kleinen Festschmaus oder gar einer privaten Unterredung gerechnet, welche ich zum Wohle Hochfurts verwendet hätte, doch leider hat Unsere Majestät mich in dieser Hinsicht wortwörtlich sitzen lassen. Sei es drum, lose Worte hätten mich nicht so weit gebracht, wie es unsere Taten haben. Indes erfreue ich mich des Lobes, der Tatkraft und hoffentlich bald auch des Ruhmes, wenngleich die Silvanische Kirche erneut alles in ihrer Kraft stehende tut, um die chaotischen Erzählungen und damit auch mein heldenhaftes Handeln aus den Annalen zu verbannen.

Für meine werten Nachfahren beginne ich nun aber besser mit der Erzählung an ihrem Anfang. Als amtierender Graf von Hochfurt wurde ich, Theodor zu Niederbach, von Generaloberin Ulrike Lehmann der Schwesternschaft der Barmherzigkeit zum Lichtfest von Feywell im Jahre 1153 AD unseres Herrn Deyn Cador eingeladen. Wie ich zu meinem Missfallen erfuhr, wurde die Leitung meiner eigenen und noch von meinem Vater eingesetzte, womöglich deshalb äußerst widerspenstigen, Stadtwache ebenso eingeladen. Hauptmann Svenja Normann gesellte sich so ungeachtet ihres gesellschaftlichen Standes ebenfalls zum Gefolge, weil sie anscheinend in der Vergangenheit mit der Generaloberin in Kontakt Stand. Aus dem fernen Linnigh reiste der Prior Paul von der Roggenweide nach Hochfurt und schloss sich ebenfalls unserer Reisegruppe an. Auch er wurde von Lehmann nach Feywell geladen. Ich selbst nahm meine persönliche Dienerin Daniela mit, damit mir die geläufigen Annehmlichkeiten für mein alltägliches Leben erhalten bleiben würden.


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Portrait des Grafen Theodor von Niederbach


Wir reisten rechtzeitig ab und machten uns mit Kutsche und berittenem Gefolge nach Norden auf. Von meinem geliebten Hochfurt ist das Kaphatgebirge bereits zu sehen und entsprechend schnell zu erreichen, wenngleich die Bergpfade schon deutlich bessere Zeiten gesehen haben. Unsere Reise verzögerte sich dadurch etwas. Niemand wollte die Pferde mit ihrer vollen Zuggeschwindigkeit durch die Schluchten manövrieren, wenn wir keinen Zeitdruck verspürten. Entlang von Eisenschnelle, Rostsee und mit einem Zwischenstop in Wegzrant waren wir am 20. Weinmond mitten in der Provinz Velhard unterwegs. Als wir uns am Abend erneut für unser hoffentlich letztes Nachtlager auf der Hinreise bereiteten und Daniela soeben mein Bett aufgebaut hatte, hörten wir die Rufe von Wölfen in den tiefen Wäldern um uns herum. Frau Hauptmann Normann reagierte zu meinem Gefallen schnell und ohne weitere Umschweife. Sie postierte ihre Wachen mit der Unterstützung des Gefolges des Prioren um unser spärliches Lagern und ließ Fackeln entzünden. Die eingerichtete Nachtwache konnte die heulenden Tiere schnell von ihrem gewünschten Mahl abbringen und wir so eine zufriedenstellende Nachtruhe verbringen.
Von Svenja Normann halte ich tendenziell wenig. Sie mag bereits seit 10 Jahren unsere Stadtwache anführen, ihre ausufernde Gerechtigkeit und ihr Temperament stoßen mir bisweilen jedoch übel auf. Wenn sie auch nur einen Funken mehr Anstand hätte und ihren Mund in kritischen Situationen besser geschlossen halten könnte, wären wir besser aufgestellt. Daneben bleibt natürlich zu erwähnen, dass sie sich lieber ihren Schriftpflichten annimmt, als sich der hohen Gesellschaft hingibt und an meiner Seite stark aussieht. Angesichts ihrer Körpergröße könnte sie diese Rolle nicht zuletzt durchaus gut verkörpern.


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Portrait der Frau Hauptmann Svenja Normann


Am Folgetag sattelten wir wieder auf. Bereits am Vormittag erreichten wir den äußeren Mauerring von Feywell, wo wir durch die Stadtwache zu meinem weiteren Missfallen aufgehalten worden sind. Offenkundig wollte man unsere Kutsche aus Angst vor haldarischen Barbaren und Wegelagerern durchsuchen, die sich nach Aussage des Wachmanns auch unterhalb meines eigenen Sitzpolsters eingenistet hätten können. Um unsere Gastfreundschaft nicht zu überstrapazieren, gewährte ich ihnen diese Frechheit, schließlich stand ein Festtag bevor. Der Wachmann bewies immerhin seine Ehrerbietung, indem er seinen Mantel auf den dreckigen Boden zu unseren Füßen warf, damit wir nicht im schlammigen Dung stehen mussten.

Nachdem wir das Tor passiert hatten, streckten wir unsere Glieder aus und verließen meine Kutsche. Sowohl dem Prior, als auch mir, war nach etwas Bewegung zumute. Auch konnten wir nur so den Anblick der gewaltigen Katharinaischen Kirche bewundern. Sie soll einst als Sorridianische Kirche von unseren Erzrivalen gebaut worden sein, was ihre prachtvolle Optik erklärt. Fürwahr, es war eine einzigartige und wunderschöne Kirche, die ihrer Widmung einer Heiligen gerecht wird. Auf dem Vorplatz der Kirche fanden bereits die ersten Aufbauarbeiten des Festes statt, welches am morgigen Tage abgehalten werden sollte. Ein alter Mann und seine Enkelin erschienen uns hilfsbedürftig. Sie kamen nicht mit ihrem eigenen Wagen zurecht, der Masken für das Lichtfest feilbot. Ich wies Frau Hauptmann an, dass sie helfen möge und sie spurte sogleich. Ich nehme an, dass dies eher aufgrund ihres eigenen Sinnes erfolgte, statt wegen meines Befehles. Das Ergebnis ist jedoch gleich und für mich zielführend. Dankend boten der Händler namens Kunibert und seine Enkelin Trudel uns ihre Waren an. Der Wagen war voller selbstgemachter Masken aller Art, die so unterschiedlich sie waren, doch auch außergewöhnlich gut gearbeitet waren. Einige Tiere wurden aus Holz geschnitzt, andere Figuren wiederum aus Ton gebrannt und bemalt, wieder andere Wesenheiten aus gegerbtem Leder mit Federn und Stoffen vernäht. Ich wies Daniela an, dass sie uns passende Masken suchen solle. Daniel dient mir schließlich schon seitdem ich acht Jahre alt bin. Sie kennt meinen Geschmack und weiß durchaus, was meinem wohlpassenden Gesicht gut tut. Meistens braucht sie nicht einmal meine Worte zu hören und bringt, was notwendig ist. Außerdem hilft sie dann und wann gern Frau Hauptmann wieder zur Besinnung zu bringen. Wenn ich mich recht entsinne, hat sie gar einmal in unseren Ställen zu arbeiten begonnen und sich bei meinem Vater bewiesen. Mir hat sie ihre Treue allemal erwiesen.


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Portrait der Dienerin Daniela


Auch bei der Auswahl der Masken fand Daniela eine interessante Auswahl mithilfe der Händler. Mit wurde zunächst die Maske einer Maus vorgeschlagen. Was zunächst für einen Hochadligen, wie mich, fremd erscheint, zeuge von echter Demut, wie Prior von der Roggenweide betonte. Sich selbst wählte Daniela mithilfe der kleinen Trudel die Maske einer schlauen Füchsin aus, die sie wahrlich ist. Für Hauptmann Normann gab es den wiederum sehr passenden Bezug zu einem Bären und auch für den Prioren fanden wir etwas – das Gesicht eines Dachkobolds. Demut und Freude zugleich, vernarrt mit ein bisschen Extravaganz. Ganz im Sinne der Heiligen Katharina und Feywells.


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Portrait des Prior Paul von der Roggenweide


Nachdem ich alle Masken mit fünf wohlverdienten Dukaten bezahlt habe, traten wir auf die Katharinaische Kirche zu. Ihr beeindruckender Anblick ließ nicht nur mich, sondern auch Prior Paul von der Roggenweide in Ehrfurcht erstaunen. Wie ich auf unserer gemeinsamen Reise erfuhr, führt er eine Priorei in Linnigh und ist seit seiner Kindheit im Dienste der Orden. Er scheint einen Hang zur Heiligen Stephanie und damit zur Heilkunde zu haben, mancherorts habe er wohl als Medikus wohltuende Dienste geleistet. Er ist jedoch schon recht alt und das Knarzen seiner Knochen hat mir das ein oder andere Mal ein unwohles Gefühl gegeben, besonders wenn sein Gehstock außer Reichweite stand. Deyn möge ihm ein weiteres, gutes Leben bescheren.


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Frontansicht der Katharinaischen Kirche


Das Kirchenportal vor den Füßen konnten wir bereits Generaloberin Ulrike Lehmann sehen. Bei unserer Ankunft war sie die stellvertretende Führung der Schwestern der Barmherzigkeit und leitete streng, doch liebevoll die operativen Geschäfte des Ordens mit großer Hingabe. Sie begrüßte uns freudig, nachdem sie ihren Novizinnen Franziska mit den roten Haaren, Henriette mit schüchterner und wohltuender Stimme sowie die immer assistierende Frieda weitere Instruktionen erteilt hatte. Nach einigen einführenden Worten der Höflichkeit wurden wir auf unser Schlafquartier in der Nähe verwiesen. Die Goldene Gans, eine Gaststätte der Schwesternschaft, stand nur uns zur Verfügung. Daniela machte sich mit einer der Novizinnen direkt auf den Weg, um unsere Gemächer zu kontrollieren. Der Rest um mich verblieb jedoch in der Kirche, um dort ein stilles Gebet zu sprechen und die wundersame Architektur zu begutachten. Nach einiger Zeit kehrten auch wir in die Goldene Gans ein.


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Portrait der Generaloberin Ulrike Lehmann


Das gepflegte Fachwerkhaus eröffnete sich mit einem ausschweifenden und schmuckvollen Raum voller Gemälde, Polstermöbel sowie einladend-duftender Atmosphäre. Ulrike Lehmann wartete bereits mit einer geöffneten Flasche Wein auf uns. Daniela zeigte uns die Zimmer und wir verasmmelten uns zum Abendessen, das durch die Novizinnen serviert wurde. Bei einem guten Tropfen Weißwein vermochte die Generaloberin uns auf den morgigen Festtag und unsere Rolle einzustimmen. Als Ehrengäste würden wir am Kostümwettbewerb als Juroren teilnehmen. Anschließend könnten wir uns ein wenig weiter über den Festplatz bewegen, bevor weitere Aktivitäten im offiziellen Rahmen anstehen würden. Zum Essen gab es über dem Feuer gebratenen Lachs aus dem Großen Strom an gebutterten grünen Bohnen und sorgsam gerösteten Kartoffeln. Die Schwesternschaft der Freude machte mit ihrer Gastfreundschaft ihrer Heiligen einmal mehr alle Ehre.

Unser geselliges Essen wurde nur jäh durch das Auftreten des Hauptmanns der Stadtwache von Feywell unterbrochen. Hans-Georg von Pforten informierte die Generaloberin über die Festnahme mehrerer haldarischer Verbrecher, die ein heidnisches Ritual zu Ehren ihrer ketzerischen Gottheiten in der Umgebung der Stadt durchführen wollten. Ein Bauer konnte sie jedoch vor Beendigung ihrer Tat in seiner Scheune einsperren. Sein Vieh wurde dadurch leider auch nicht gerettet. Wir boten uns, zum einen aus Interesse, zum anderen aus Pflichtgefühl bei der Hilfe der Untersuchung und Befragung an. Am nächsten Tag verabredeten wir uns im Kerker der Stadtwache zur Befragung eben jener Haldaren.


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Portrait des Hauptmannes Hans-Georg von Pforten


Zunächst stand uns noch eine angenehme Nacht bevor, in die mich die Vorfreude auf das morgige Fest und ein oder drei Schlücke des angenehmen Weines trugen. Daniela hatte mein Zimmer ausgezeichnet vorbereitet und konnte sogar den unangenehmen Geruch des Weihrauchs im Zimmer weitgehend entfernen. Es ist eine Freude, sie an meiner Seite zu wissen.

Der nächste Morgen führte uns nach dem Frühstück zur Befragung der gefangenen Haldaren. Es waren drei Stück an der Zahl, zwei Männer und eine Frau. Sie alle trugen zerrissene und blutverschmierte Kleidung, wilde und zottelige Haare sowie auffällige Tätowierungen oder Malereien am Leibe. Man hatte sie in einer Zelle zusätzlich mit Ketten an die Wand gefesselt. Sie wirkten zunächst wenig gesprächig, gaben aber bereitwillig generelle Auskünfte zu den Hintergründen ihrer Tat. Sie wollten ihren Gottheiten dienen und uns von dem aus ihrer Sicht ihnen gehörenden Land entfernen. Ihre Wut war zu spüren und doch vergebens. Mithilfe des Blutrituals hatten sie ein böses Wesen beschworen, welches unser Fest sabotieren oder in ein grausames Chaos verwandeln sollte.

Die Befragung zog sich ein wenig. Wir konnten dabei kaum mehr nennenswerte Ergebnisse erzielen, empfanden aber, dass wir die Haldaren nicht mehr in ihrer trauten Dreisamkeit befragen sollten. So wurde die Tür aufgeschlossen, um den gesprächigsten Mann unter ihnen zu seperieren. In diesem Augenblick wurde mir erst bewusst, wie viel Kraft eine einzelne Frau aus Wut aufbringen kann. Ich sollte dies bei der Wahl einer geeigneten Partnerin beachten. Dieses Weibsbild jedoch, begann mit voller Wucht auf die Wachleute des Hauptmanns von Pforten zuzurennen, riss dabei die gesamte Verankerung ihrer Kette aus der Wand und wollte sich erwehren. Uns allen war bewusst, dass es angesichts der schieren Anzahl bewaffnete und gerüsteter Personen ein sehr törichtes Unterfangen war. In ihrer Wut stoppte sie jedoch nichts. Meine Worte brachten sie zu meinem Unmut nur dazu, dass sie uns überhaupt zuhörte. Erst Prior von der Roggenweide konnte sie besänftigen und wieder zur Vernunft bringen, bevor Blut vergossen werden musste. Er wählte seine Worte sogar so weise, dass sie ihre abwehrende Haltung gänzlich aufgaben. Die Haldaren gestanden ihren Versuch eines Rituals, dessen sie sich selber nicht gänzlich bewusst waren, welches sie nicht vollständig verstanden und welches ihnen auch nicht gelungen sei. Mühe- und ziellos töteten sie das Vieh des Bauern und tränkten den Raum in Blut. Ihnen wird noch ein offizieller Prozess gemacht.

Nach einer kurzen Pause verließen wir den Kerker, sodass wir wieder an das Licht des Tages traten. Das Lichtfest von Feywell 1153 AD erwartete uns bereits. Wir schweiften über den Markt, begutachteten weitere Masken und stellen eine verbindende Komponente aller Händler fest. Sie alle hatten von der Schwesternschaft der Barmherzigkeit einen mit Silber durchzogenen Faden gekauft, der an allen Masken zur Halterung angebracht worden sein. Vor allem Schwester Frieda habe diesen im Namen der Generaloberin vertrieben. Er verlieh den Masken einen wirklich einzigartigen Hauch. Was uns in diesem Moment aber noch nicht bewusst war: Er sollte uns noch so viel mehr verleihen.

Einige Stände weiter erkundeten wir Leckereien, dann wieder Geschäfte für die Kinder oder Verkaufsstände für die Hausfrau von Feywell. Schlussendlich führte uns unsere Reise zur Bühne und damit zur Generaloberin. Nach einer Einführung in den Kostümwettbewerb konnten wir kaum unsere Plätze einnehmen, als es auch schon begann. Zuerst präsentierte sich ein Mann als Baumgesicht. Ich gab seinem hölzernen Kostüm vier von möglichen zehn Punkten. Frau Hauptmann imponierte wohl die beständige Männlichkeit, sodass es sechs Punkte ihrerseits gab. Der Prior und Daniela, die ebenfalls Punkte vergeben durfte, entschieden sich für eine neutrale Fünf.
Darauffolgend zeigte sich eine Finalteilnehmerin in Form eines gewaltigen Leder- oder Stoffballs mit Schwanz, welches wohl an eine mythologische Kreatur erinnern soll. Der große Umfang ihres kugelrunden Körpers sowie die aufgearbeiteten Details überzeugten mich sieben Punkte zu verteilen. Daniela, im Übrigen instruiert eigene Punkte zu verteilen, entschied sich für sechs Punkte. Frau Hauptmann und der Prior beließen es bei neutralen fünf Punkten.
Danach trat ein kleiner Junge in einem genähten Kostüm eines Drachen oder eines anderen fliegenden Fabeltieres auf die Bühne. Mit seinem charmanten Kinderlächeln und den großen Augen überzeugte er nicht nur die anwesende Menge, sondern auch Frau Hauptmann mit ganzen acht Punkten. Daniela und Prior von der Roggenweide verteilten sieben Punkte, ich entschied mich für sechs Punkte.
Die Novizin Franziska verkündete daraufhin den Sieger: Es sollte der kleine Junge in seinem Drachkostüm werden.


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Der Sieger des Kostümwettbewerbs


Jubel und Freude wurde dem kleinen Sieger zu Teil. Diese Freude hielt aber nur kurz. Ein als Hofnarr verkleideter Mann in golden-purpurnen Kostüm trat ungefragt auf die Bühne. Er brüllte einige Anschuldigungen über die Menge, die vor allem gegen den Orden und Deyn Cador gerichtet waren. Seine Worte sind mir ob der Taten weitgehend entfallen und ich möchte mich auch nur ungern an diesen Tag zurückentsinnen, doch waren sie nicht genehm anzuhören. Mit einem Mal verwandelte sich dieser Harlekin jedoch zu einem ebenbürtigen Abbild der Generaloberin Ulrike Lehmann, welche wie erstarrt neben uns stand. Noch bevor die herbeieilenden Wachen auf die Bühne stürmen konnte, hielt der Narr bereits einen Dolch in der Hand. Er stieß ihn sich selbst in die Brust. Doch nicht er blutete und stürzte, sondern die echte Ulrike Lehmann. Direkt neben uns. Zu unseren Füßen. Bevor ich auch nur einen Fuß zu ihrer Rettung setzen konnte, drang ein manisches Lachen des Harlekins durch meinen Kopf. Auch ich blieb wie erstarrt stehen, spätestens als er sich in die Lüfte erhob und wie ein Vogel davonflog. Danach fand ich mich geschrumpft zur Größe einer Maus in meinen eigenen Kleidungsstücken, benebelt vom Dampf meines Parfüms wieder. Ich war zu einer Maus geworden. Gefangen im Körper desjenigen Tieres, das ich nur als Maske getragen habe. Allen anderen Teilnehmern dieses Festplatzes ging es ähnlich.


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Portrait des Narren


Zu meinem Glück konnte ich mich schnell besinnen und mir meiner ausweglosen Situation bewusst werden. Ich war eine Maus, neben mir war Daniela als Füchsin und damit war ich Fressfeind. Was Frau Hauptmann als Bär tun würde, war völlig undenkbar grausam. Und erst der Prior? Ein Dachkobold?

Doch so war und ereignete es sich, selbst wenn die Silvanische Kirche uns diese Erinnerungen am liebsten verbieten würde. Ich lugte aus meinem Versteck und sah brachiales Chaos vor mir. Einige der Tier- und Fabelwesen griffen sich gegenseitig an, ein Bär biss einem anderen Tier in die Flanke und ein Fuchs flitzte vor mir unter die Bühne. Ich selbst sah meine eigene Rettung auch in der Flucht. Ich sprang den neben mir stehenden Dachkobold an und hoffte, dass auch Prior von der Roggenweide seinen Verstand behalten hatte. An diesem widerwärtigen Wesen krabbelte ich empor und sah ebenso verwirrte und doch klare Augen in der Kreatur. Er war noch er. Zumindest im Inneren. Ich setzte mich also auf seine Schulter und hoffte auf seine Handlungen, denn mehr konnte ich als Maus kaum mehr tun. Prior-Dachkobold von der Roggenweide schwang sich auf und suchte sich mitsamt seines Weihrauchsäckchens einen Weg nach Norden.

Mir selbst sind seine Gedankengänge nicht ganz schlüssig geworden, doch waren sie richtig. Wir flohen uns zunächst vom Platz des Chaos und ehe wir uns versahen, folgte uns ein Fuchs dicht auf den Versen – Daniela! Der Prior-Dachkobold machte sich bis zum Anwesen der Familie Bessen-Schwarz auf, wo wir durch ein Kellerfenster in ein alchemistisches Labor kletterten. Dort fanden wir einen bewusstlosen Mann, Merald von Bessen-Schwarz, der uns in unserer Tierform und damit seinem Wahnsinn, als Verwandte akzeptierte. Wir konnten in seine Forschungsnotizen sehen, wie auch er von einem Wunderheiler aufgesucht wurde. Eben jenen Wunderheiler hatten wir an den vorherigen Tagen durch Warnungen, Gerüchte und auch durch die Novizinnen bereits vernommen. Ein Mann mit dem Namen Thavius Kreeg soll allerlei merkwürdige Objekte im Gegenzug zu noch merkwürdigeren Forderungen vertrieben haben, doch Bessen-Schwarz habe dies abgelehnt. Doch soll dieser Wunderheiler auch für den silberdurchzogenen Faden unserer Masken und damit für unser tierisches (oder dachkoboldisches) Schicksal verantwortlich gewesen sein? Es musste so sein. Doch half uns dieses Wissen noch nicht, unser Dasein wieder in menschliche Formen zu lenken. Prior von der Roggenweide konnte jedoch durch ein Ersuchen an die Heilige Katharina in Kombination mit erwärmten Weihrauch für ein kleines Wunder sorgen. Er betete inständig, oder so inständig wie ein Prior-Dachkobold eben beten kann und lies den Raum mit dem fürchterlichen Duft des Weihrauchs erfüllen. In meiner Mausegestalt war der Geruch noch einmal schlimmer! Doch es wirkte. Wir wurden wieder zu Menschen. Nackten Menschen, aber Menschen. Was für ein Glück, dass wir im Anwesen einer wohlhabenden Familie waren. Wir liehen uns Kleidung und fanden vor der Tür auch einen auf uns wartenden Bären, Frau Hauptmann Svenja Normann mit blutbesudeltem Körper und Maul. Ihre Tat als Bär war offenkundig, doch haben wir bis zum heutigen Tag nicht darüber gesprochen. Vielleicht bleibt dies auch unser ewiges Geheimnis?

Merald von Bessen-Schwarz schmiss uns anschließend nicht nur aus seinem Wohngebäude, sondern gab uns auch eines seiner Experimente mit. Ein Fass, welches eine Feuerwolke auslösen können sollte. Ich nahm es mit.


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Portrait des Merald von Bessen-Schwarz


Wir kehrten anschließend im Eilschritt zur Katharinaischen Kirche zurück, wo unsere Wachleute die echte Generaloberin mit ihrer Wunde sichern konnten. Der Prior kümmerte sich sofort um ihr Wohlergehen und der Rest durchsuchte die Kirche nach Spuren und Gefahren. Es dauerte bis die Generaloberin ihre Augen wieder öffnen konnte und dem Prior schwach einige Worte in die Ohren flüsterte, bis wir mehr verstanden hatten, was hier passiert war. Vor über zehn Jahren wurde ein junger Mann aufgrund falscher Anschuldigungen bestraft. Dieser schwor Rache und fand sie bei eben jenem Wunderheiler. Ein Tagebuch im Zimmer der Novizin Frieda, welche zuvor den silberdurchzogenen Faden an alle Maskenbauern verkauft hatte, brachte Aufschluss.


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Silberdurchzogener Faden


Jenes Buch selbst war auf mysteriöse Art und Weise versiegelt, ohne Schloss. Es hatte purpur leuchtende Zahlen, die schienen, als würden sie aus dem Buch herausdringen. Schnell konnten wir Hinweise auf die Kombination finden und sie ebenso schnell lösen und öffnen. Der Autor trug den Namen Raphaeln und entdeckte im Jahre 1141 AD, wie eine Priesterin namens Mathilde mit einem Bauern namens Heinrich im Heu gelegen habe solle. Seine Meldung brachte ihm als Ketzer jedoch nur eine Brandmarkung und die Entfernung seiner Zunge durch Generaloberin Ulrike Lehmann. Sein erbärmliches weiteres Dasein haben ihn in einen abscheulichen Hass getrieben. Am Ufer des Rostsees fand er sodann 1143 AD Thavius Kreeg, diesen merkwürdigen Wunderheiler. Ihm wurde ein Trank zuteil, der seine Zunge nachwachsen ließ – ich selbst halte dies nur für einen weiteren Wahnsinn oder eine Tat Skrettjahs, doch so stand es geschrieben.

Raphael fasste in seiner Wut den Plan dem Orden und ganz Feywell so stark zu schaden, wie es ihm nur möglich ist. Er ermordete die Novizin Frieda und nahm ihre Gestalt an. Mir ist wirklich zuwider diese Zeilen zu Papier zu bringen, doch vermochte er diese unheilsame Tat irgendwie über Deyns allseits wachendem Auge auszuüben. Es ist ungeheuerlich und doch scheint es wahrlich passiert zu sein. In Gestalt der Friede schlich sich Raphael in den Orden, um mit seinem Garn die ganze Stadt sich selbst ausrotten und sterben zu lassen. Eine perfekte Rache, angetrieben durch das Lichtfest der Generaloberin Lehmann, jener Frau, die er so sehr verachtete.

Als wir die Worte aus dem Tagebuch lasen, wussten wir, dass wir etwas unternehmen müssen. Egal ob aus falscher Gerechtigkeit, dem Willen Deyns oder der Verpflichtung des Volkes gegenüber, wir mussten handeln. So folgten wir den Rufen aus der Kirche Sanctus Anser, welche ebenfalls im Zentrum von Feywell liegt. Dort sollen durchgehend Lichtblitze und fürchterliches Lachen zu hören gewesen sein. Unser Ziel war uns demnach klar. Wir betraten die Sanctus Anser.

Die Kirche lag in Trümmern. Im Inneren lagen verteilte Leichen, die Bänke zerstört, der Teppich zerfetzt und auch die Kronleuchter befanden sich in ihren Einzelteilen über das gesamte Kirchenschiff verteilt. Auf dem Altar stand der Narr vom Festplatz. Noch bevor wir das Wort erheben und ihn stellen konnte, verwandelte er sich in ein fleischiges Monster mit Krallen. Selbst seine Zunge hatte Zähne und seine Gestalt war so abscheulich, als hätte ein Geisteskranker ein Schlachtfest veranstaltet und die vollkommenen Teile miteinander vernäht. Ich wies Svenja Normann an, dass sie mit ihren Männern das Wesen festhalten solle. Sie gehorchte. Sie und ihre Soldaten stürzten sich auf das Wesen, drückten seine Arme herunter und fixierten es mit ihren Klingen. Ich band mit meinem (oder dem Mantel Bessen-Schwarz) das merkwürdige Fass des wahnsinnigen Nachfahrens an der Kreatur fest und Daniela entzündete die Lunte. Wir rannten so schnell wir konnten, wobei sogar der Prior ungeahnte Kräfte freisetzte und uns mit in die Sicherheit zog. Nachdem wir nur einige Atemzüge gemacht hatten, gab es einen großen Knall. Eine Feuerwalze drückte uns nieder und Fleisch regnete auf dem Boden nieder. Die Fenster sprangen und einige Steine rieselten von der Decke herab. Wir suchten weitere Sicherheit vor der Kirchentür. Ich dachte, dass wir damit das Unheil besiegelt hätten. Ich muss mir jedoch eingestehen, falsch gelegen zu haben.

Frau Hauptmann rief uns wieder in die Kirche, nachdem sie aus der Staubwolke etwas noch viel Unglaublicheres aufstiegen sah. Inmitten der Trümmer stand ein widerwärtiges Wesen mit drei Gesichtern. Auf der linken Seite war der verschreckte Ausdruck der Novizin Frieda zu sehen, in der Mitte der eines wuterfüllten Mannes (Raphael?) und auf der rechten Seite eine grausige Fratze. So hätte ich mir den Anblick Skrettjahs höchstselbst vorgestellt, wenn ich mir das Recht ersinne, ein Bildnis zu wählen. Es war fürchterlich. Und doch nur von kurzer Dauer.


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Portrait der grausamen Gestalt


Mit einem weiteren Mal ging der Körper dieses Wesens in dunklen Flammen auf. Es wand sich vor Schmerz und wurde von einem lodernden Inferno umhüllt in dessen Mitte sich eine neue Gestalt erhob. Eine mehrmaskige Kreatur aus dem Reiche des Mannsweibes erhob sich vor uns. Wie ich später erfuhr, soll es sich hierbei um die dämonische Kreatur des Maskierten gehandelt haben. Er suchte Spaß, Unterhaltung, Freude, auf unsere Kosten, auf Kosten unser Leben. Er lachte uns aus.

Wir fassten uns jedoch ein Herz gegen die Bedrohung des Chaos. Er sollte unserem Glauben und unserem Eifer nichts anhaben können. Er wollte Spaß? Wir boten ihm genau diesen Spaß. Der Prior hatte einen ungemein starken Einfall und begann damit Verse aus der Heiligen Schrift, der Gesetzbücher und Erzählungen seines Alltags zu rezitieren. Das Wesen reagierte darauf tatsächlich stark und begann aggressiv zu werden, zu winseln. Ich stimmte in die Lesungen des Priors mit ein und beschrieb die Wappen zahlreicher Städte und Häuser bis in das kleinste Detail, wie ich sie als Kind einst hatte auswendig lernen müssen. Frau Hauptmann konterte mit Paragraphen aus dem Gesetzbuch zum Mietrecht und begann ihr Schwert auf die Kreatur zu schwingen. Sie konnte mit ihren phsyischen Angriffen jedoch nahezu nichts auswirken. Es war unvorstellbar, dass man ein Wesen mit einem Stahlschwert niederstreckt und die Klinge einfach hindurchfährt. Erst Daniela verstand, dass unsere Masken uns dieses Mal helfen könnten. Sie setzte ihre Gewandung auf und entwickelte die Füße, Arme, die Nase und die Ohren eines Fuchses. Sie wurde zu einem Mischwesen mit immense Geschicklichkeit und vermochte es auf einmal dem Wesen etwas anzuhaben. Auch Svenja Normann überwand sich und wurde zu einem Mischling aus Bär und Mensch (noch mehr, als zuvor ohnehin schon) und konnte mit ihrer Klinge ihre Hiebe in den Leib des Dämons setzen. Zwischen den Rufen deynistischer Religionspraktiken aus dem Munde des Priors und meiner Auflistung der Besonderheiten des Wappens von Auenthal gelang es uns irgendwie den geschleuderten Masken des Wesens auszuweichen. Er tauchte an einer Stelle wieder auf, nachdem er plötzlich an einer anderen Stelle spurlos verschwunden war. Seine heidnische Kraft war spürbar und doch ließen wir uns nicht überlisten. Irgendwie hielten wir auch im Moment größter Angst durch. Wir kämpften. Wir rezitierten. Wir redeten. Wir schlugen zu. Wir besonnen uns auf unser Ziel. Wir schlugen ihm die Masken vom Körper. Wir ließen ihn vor Langeweile ersterben.


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Portrait des Maskierten


Mit Erfolg. Irgendwie konnten wir gemeinsam diese übermenschliche Kraft bezwingen. Das Wesen Skrettjahs wurde dahin verbannt, wo es hergekommen war. Ein gewaltiger Schock durchfuhr Feywell, als sich das Wesen in seine dunklen Wolken zurückzog, aus denen es gekommen war. Die Masken verloren endgültig ihre Wirkung und all die geschundenen Gestalten wurden wieder menschlich. Ich gehe davon aus, dass wir zahlreiche Leben retten konnten und gerettet haben. Natürlich gab es Tote, natürlich waren unsere Geister von den Erlebnissen geschunden, doch wir haben all diese Hürden mit Bravour überwunden. Der Dämon und sein schauriger Gehilfe wurden besiegt. Was auch immer diesen Raphael an Hass zu dieser Marionette des Mannsweibs gemacht haben, konnte aus der Welt radiert werden. Das Lichtfest war damit beendet, ganz anders, als wir es uns je erhofft hätten. Ganz anders, als wir es je hätten erwarten können. Ich für meinen Teil möchte nicht mehr nach Feywell zurückkehren. Hochfurt ist meine Heimat und hier werde ich mich all der Menschen annehmen, die auch so von Hass und Furcht zerfressen werden. Vielleicht muss die ein oder andere Dukate mehr in die Seelsorge unserer Kirchen fließen. Vielleicht befrage ich Daniela zu diesem Thema oder schreibe Prior von der Roggenweide einen Brief. Einen ganz anderen Vorschlag für Frau Hauptmann habe ich ohnehin noch offen, sie hat sicher auch wieder eine starke Meinung.

[Bild: giphy.gif]

"Nicer Cock, Schussi" - Christian, 06.12.2019
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