Create an account


Zusammenfassung Rausch des Flusses (#159)

#1
09. Nebelmond 1370

Ich hatte vor einigen Wochen die Ehre eine Expedition aufs Festland von Tanah Kirana leiten zu dürfen. Der Auftrag der Gilde bestand darin ein kürzlich entdecktes Gebiet an einem Fluss zu erkunden, das von einer Expedition von Port Kimar entdeckt worden war. Man erhoffte sich im Flussbett lohnenswerte Rohstoffe zu finden. So war es unsere Aufgabe eben dies zu tun und wenn möglich befestigte Unterkünfte (samt Fluss-Waschrinnen für großangelegte Schürfungen) zu errichten. Unsere Expedition bestand zu Beginn aus: 
  • Bürgerin Elicia Solís
  • Bürger Rabastan Kurati
  • Bürger Joost de Bruyne
  • Rekrut Jonathan Tischler
Als wir gerade an Bord des Handelsschiffes gehen wollten, das uns mitzunehmen bereit war, gesellten sich noch weitere Abenteurer zu uns, die darum baten uns begleiten zu dürfen. Da waren...

...Fred Eisenhauer
Seines Zeichens Geistlicher aus Auenthal. Ein wehrhafter Revaniter mit hervorragenden Kenntnissen der Gesteinskunde.

...Catalina Solís
Eine Gelehrte der Universität Patrien, die Erfahrung mit Heilkunde besitzt, jedoch vor allem in Alchemie, Tierkunde und Gesteinskunde bewandert ist. Jedoch hatte sie keine nennenswerte Kampferfahrung oder Ausrüstung.

...Marcel Schutte
Ein Diplomat aus Silventrum (wenn ich recht verstehe). Ein Kenner von Edelmetallen und Menschen gleichermaßen, der jedoch auch nicht sehr wehrhaft war.

...Matteo Argento
Ein sorridianischer Ingenieur und begnadeter Baumeister. Er ist darüber hinaus offenbar geübt mit dem Säbel.

Da unsere Vorräte begrenzt waren mussten wir gut nachdenken und Für und Wider für jeden dieser zweifelsohne fähigen Abenteurer abwägen. Im Rahmen einer geheimen Abstimmung wurde beschlossen, dass einzig der Geistliche Fred Eisenhauer uns begleiten sollte.



In Port Kimar angekommen stellten sich uns jedoch erneut Personen vor, die uns unbedingt begleiten wollten "um reich zu werden". Immerhin waren sie ehrlich. Da waren...

...Johann R. Emsland
Ein wagemutiger und bis an die Zähne bewaffneter junger Bursche, der uns allerdings etwas suspekt war.

...Daphne Featherstone
Eine Frau aus Weidtland, die auch an der Expedition teilgenommen hatte, die den Ort entdeckte den wir aufsuchen wollten. Sie verdingt sich als Söldnerin und war einst eine "Edle zur See". Als Menschenfreundin kann man sie nicht wirklich bezeichnen, aber sie kennt sich bereits relativ gut in der Wildnis aus, scheint es.

...ein Mann namens Immanuel
Er spricht nicht, schläft fast nicht und ist von recht stattlicher Statur.

...ein Mann namens Bogwandi
Ein ehemaliger Sklave aus Totonia, der sich jetzt als Lagerarbeiter verdingt. Er spricht immerhin gebrochenes Tasperin und ist (ich möchte hier nicht übertreiben) ein Berg von einem Mann. Er schien von allen außerdem den Pang'aan gegenüber am offensten zu sein.

Auch in diesem Fall gab es eine geheime Abstimmung und zu meiner größten Verwunderung kamen alle Anwesenden, ausser Herrn Emsland, auf die nötigen Stimmen. Ich persönlich hätte gern zu diesem Zeitpunkt neben Herrn Emsland zumindest auf Immanuel verzichtet, aber zum Glück stellte er sich im weiteren Verlauf nicht als Gefahr heraus.



So brachen wir von Port Kimar aus nach Südwesten auf und folgten Fräulein Featherstone den Fluss entlang zum ausgemachten Gebiet. Unsere Führerin warnte uns auf Nachfrage vor allerlei Gefahren, mit denen wir rechnen müssten, wie zum Beispiel riesige Echsen, Monster, allerlei giftige Insekten und insbesondere Schlangen.

Zwei Tage später, direkt nach unserer Ankunft nahmen wir die Arbeit auf und begannen mit dem Prospektieren. Unter der kundigen Anweisung von Vater Eisenhauer hatten wir zwar zunächst kein Glück mit Rohstoffen, jedoch fanden wir einen seltsamen Gegenstand. Wir sind uns sicher, dass er von Menschen geschaffen worden sein muss.

Es handelt sich um ein kleines, sechseckiges Objekt, etwa daumengroß mit einem Loch in der Mitte. Es ist sehr hart und mutet zunächst wie Stein an, besteht aber wohl aus Metall. Es zeigt keine Anzeichen für Rost, Korrosion oder ähnliches. In der Mitte des Loches sind Rillen zu sehen. Das Objekt ist insofern ungewöhnlich, als dass die Ureinwohner wohl keine Metallurgie kennen, sagt der Pater.

Fräulein Solís und Herr de Brunye glaubten zumindest schonmal etwas ähnliches bei den Pang'aan gesehen zu haben, doch der Sinn und Zweck des Gegenstandes blieb uns dennoch verborgen.

Etwas weiter den Fluss hinab versuchten wir unser Glück erneut und wollten schon in Jubel ausbrechen, als golden schimmernde Körnchen in unseren Pfannen zu sehen waren. Doch leider handelte es sich nur um Katzengold. Nicht völlig nutzlos, aber zweifellos nicht das, was unsere Auftraggeber sich erhofft haben. Wir wollten gerade weiterziehen, als Meister Kurati etwas bei unseren Vorräten bemerkte. Er rief Bogwandi zu sich, der sofort erschrocken zurücktrat. Eine Schlange hatte sich an unseren Vorräten gütlich getan.

[Bild: afT9qFW.png]

Das Tier war äußerst seltsam gefärbt. Es hatte ein fast schon grotesk helles, buntes Muster auf seinem Schuppenkleid. Ein Hinweis auf Giftigkeit, ließ Fräulein Solís vernehmen. Das Tier blieb nicht allein und bekam alsbald Gesellschaft von seinen Artsverwandten, weshalb wir zügig aufsammelten was uns möglich war und davonzogen. Leider mussten wir dadurch eine doch schmerzhafte Menge an Vorräten aufgeben.

An unserem nächsten Halt ein paar Kilometer weiter versuchten wir es erneut und stießen auf Kalk. Uns wurde bewusst, dass wir so nicht zu unserem Ziel kommen werden, da hatte Meister Kurati einen Einfall. Er schlug vor, dass wir uns auf Sandbänke konzentrieren sollten. Da wir eine grobe Umgebungskarte hatten konnten wir diese am nächsten Tag gezielt ansteuern. Dank einer großen Mengen an Fackeln, die Herr de Bruyne in der Nacht aufgestellt hatte, blieben wir auch von Getier unbehelligt.

Wir zogen also weiter schürfend den Fluss entlang und stießen neben Lehm auch auf ein Vorkommen von sogenanntem Borax. Wie Meister Kurati uns später erklärte eignet sich das wohl für hitzebeständiges Glas und ist damit für die Alchemie von Bedeutung. Ein guter Fund. Aber damit waren wir noch nicht zufrieden, denn wir vermochten nicht einzuschätzen, wie wertvoll es genau ist. Wir zogen sodann weiter und kamen bei einer kurzen Predigt und etwas Messwein von Pater Eisenhauer etwas zur Ruhe.

Der nächste Tag sollte der wohl gefährlichste sein. Denn kaum war das Lager abgebaut, und wir wieder unterwegs, begann die Erde zu beben. Große Schritte ließen sie erzittern, als würden in einem gleichmäßigen Rhytmus Kanonen abgefeuert. Vom Hauptstrom aus war uns in den Nebenarm des Flusses ein Drache gefolgt!

[Bild: PsxXzMw.jpeg]

Das Untier sah fast genau so aus wie in den Sagen und Legenden! Riesig, drei Stockwerke hoch mindestens, mit einem Schuppenkleid, gewaltigen Klauen und Reißzähnen und einer Art Kamm auf dem Rücken. Oder vielleicht eine Flosse? Abgerundet wurde die massive Gestalt von einem langen, kräftigen Schwanz. Einzig die Flügel fehlten. 

Als es uns erblickte zögerte es nicht lang und stürmte los. Ein Kampf mit so einem Monster schien uns sinnlos, so nahmen wir die Beine in die Hand. Wir rannten weiter Richtung Norden, wo ein paar Klippen zu sehen waren, die man nur über enge Wege erreichen konnte über die das Untier uns nicht hätte folgen können. Doch die großen Beine des Drachen ließen ihn mühelos mit uns aufschließen, vor allem weil Pater Eisenhauer trotz aller Wehrhaftigkeit leider nicht der Schnellste ist. Herr de Brunye versuchte den Drachen mit seinem Bogen zu verletzen, doch der Schreck saß einfach zu tief und so gelang ihm kein Treffer. Das Tier öffnete seinen gierigen Schlund und schloss seine kräftigen Kiefer um Herrn de Bruyne, doch wie durch ein Wunder verfehlte er dabei lebenswichtige Organe. Der Drache schleuderte Herrn de Brunye mit seinem Maul in die Luft, worauf er krachend auf den Boden fiel, aber zum Glück am Leben und bei Bewusstsein blieb.

Ich versuchte darauf ihm zu helfen fortzukommen, während der Pater das Biest ablenkte, doch auch er musste einen schweren Treffer einstecken. Es gelang jedoch auch ihm gerade noch bei Bewusstsein zu bleiben. Während Fräulein Solís versuchte uns von einer sicheren Klippe aus mit einem Blasrohr zu unterstützen, gelang es mir den Pater in Sicherheit zu bringen. Wir waren in Sicherheit.



Über die nächsten Tage behandelte ich die Verletzten so gut es mir möglich war, doch Arznei hatte ich leider nicht bei mir. Ich war in meinem Gutglauben davon ausgegangen im Urwald bei Bedarf Kräuter zu finden, doch Fräulein Featherstone machte deutlich klar, dass wir hier weder vertraute Pflanzen, noch Jagdwild finden werden. Zumal vertraglich festgelegt sei, dass Wild auch nicht einfach so gejagt werden darf. Das gilt es in Zukunft zu bedenken.

Am Tag nach dem Angriff des Drachens mussten wir zunächst ein kleines Unglück beklagen, als eine Laterne umstürzte und das Lager in Brand zu stecken drohte. Doch durch Meister Kuratis schnelles Eingreifen konnte schlimmeres verhindert werden. 

All der Ärger sollte sich nun aber endlich für uns auszahlen, denn wir machen am Fuß eines Berges, wo der Seitenfluss ins Tal mündet, endlich einen guten Fund: Eine ertragreiche Silberader! Wir beschlossen deshalb an Ort und Stelle unser befestigtes Lager zu errichten und zu schürfen solange es unsere Vorräte zuließen. Diese drohten uns langsam aber sicher zur Abreise zu zwingen. Außerdem hörten wir in der Ferne, wie irgendetwas Großes Bäume umwarf, was uns befürchten ließ der Drache habe doch einen Weg gefunden. Jedoch blieb uns eine zweite Begegnung erspart. Dafür hatten wir am nächsten Tag eine recht ähnliche.

Wir hatten gerade die Fundamente geschaffen und etwas Silber gefördert, als über uns am Himmel etwas großes kreiste. Wir hielten es zunächst für einen großen Adler, doch es entpuppte sich bald als weiterer Drache, diesmal mit Flügeln und einem langen Schnabel, statt Reißzähnen. Wobei ich nicht mehr sicher bin ob der Schnabel sogar auch zahnbewehrt war. Dann tauchte noch einer auf, gefolgt von weiteren, bis es insgesamt 6 waren. Und auf jedem davon ritt ein Mensch.

[Bild: NAJ6KKh.jpeg]

Es waren Pang'aan, die sogleich zur Landung ansetzten und sich uns mit gezogenen Waffen vorsichtig, aber nicht unbedingt feindselig näherten. Eher mit einer gewissen Neugier. Auf Anraten von Fräulein Solís blieben wir möglichst ruhig und bemühten uns freundliche Gesichter zu zeigen. Pater Eisenhauer war zunächst wenig angetan von den Fremden und ihren Ungeheuern, doch Fräulein Solís konnte ihn beschwichtigen. Dass sowohl die Pang'aan, als auch ihre (offenbar perfekt gezähmten) Reittiere ruhig blieben war dabei wohl eine große Hilfe.

Noch während die Leute dabei waren zu landen warnte Fräulein Solís uns, dass wir alle lilafarbene Kleidung ablegen sollten. Warum erschließt sich mir nicht, aber ich vertraue ihrem Urteil, darüber hinaus hatte niemand von uns entsprechende Kleidung.

Insgesamt waren es 6 Männer und Frauen, die eine Art Rüstung in blauen Farben trugen. Außerdem trugen sie Körperbemalung mit Schlangenmustern. Wenn ich mich recht erinnere waren sie von Westen aus herangeflogen. Sie sprachen kein einziges Wort und verwendeten einzig und allein Gesten um mit uns zu "sprechen".  So wie ich verstanden habe gingen sie davon aus, dass wir hier eine Siedlung errichten wollten und das gefiel ihnen nicht. Wortwörtlich mit Händen und Füßen versuchten wir ihnen dann klar zu machen, dass das nicht der Fall ist. Es gelang mir schließlich mit einer wohl recht gelungen Geste klar zu machen, dass wir hier nur diese kleinen Gebäude bauen wollten um in Ruhe zu schürfen und damit waren sie dann ohne Einwände einverstanden.

Fräulein Solís trat dann vor und zeigte den Leuten etwas das ich nicht recht ausmachen konnte, jedoch änderte sich ihre Stimmung darauf sofort. Aus der vorsichtigen Neugier und der mittlerweile eingetretenen Entspannung wurde etwas wie Ehrfurcht. Zumindest waren sie offenbar sehr beeindruckt und gaben uns zu meiner Überraschung ein paar essbare Früchte. Es waren Mangos darunter, aber auch einige andere, die niemand kannte. Wir versuchten uns deshalb diese gut einzuprägen und zeigten uns dankbar für dieses Geschenk.

Sie schickten sich darauf an, sich in unserem Lager umzusehen und wir ließen sie gewähren. Mit großer Neugier betrachteten sie unsere Ausrüstung, wobei sie vieles wohl nicht sehr, manches dafür aber ungemein interessierte. Vor allem unser Fundstück vom ersten Tag. Es wurden ein paar Tauschgeschäfte getätigt, durch die wir weitere dringend nötige Rationen bekommen konnten. Letztlich verabschiedeten wir die Pang'aan freundlich und sie zogen von dannen. Das Fundstück ließen sie allerdings bei uns, zumal Fräulein Featherstone darauf bestand, dass es laut Vertrag Port Kimar gehört. Wir brachten es deshalb nach unsere Rückkehr dem Oberhaupt des Kulturvereins Saleh al-Schalfan.

Zuvor galt es jedoch noch einiges an Bau- und Schürfarbeit zu erledigen. Das sollte unsere letzten Tage im Tal bestimmen, einzig unterbrochen von einem Angriff durch eine Art große Raubkatze. Diese konnte aber erfolgreich vertrieben werden. Mit unseren letzten Vorräten verließen wir das Tal und kehrten schließlich zurück nach Port Kimar, wo Pater Eisenhauer beschloss sich niederzulassen um das Licht des Herrn in den Kontinent zu tragen. Unsere angeheuerten Glücksritter gingen wieder ihrer Wege und wir konnten die geforderten Proben erfolgreich abliefern. Durch die Errichtung des befestigten Lagers sehen wir auch den Nebenauftrag als erfüllt.

Gezeichnet;
Jonathan Tischler
Zitieren



Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen:
2 Gast/Gäste

Forum software by © MyBB Theme © iAndrew 2016