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Rastatt 1849: Epilog

#1
Z2 Pen-&-Paper 
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Ich hatte das Vergnügen am 24.05.2026 zum "Ehrentag" im Rastatt nach einer Museumsführung ein Homebrew-Abenteuer "Rastatt 1849 - Donnerbüchsen&Demokratie" mit fünf wunderbaren Spielenden aus dem Athalon e.V. zu leiten (
.pdf   intro.pdf (Größe: 487.64 KB / Downloads: 2) ). Hier habe ich nochmal den Epilog unseres Abenteuers zusammengefasst, weil dieser leider aufgrund des Zeitdrucks im Live-Play etwas zu kurz kam und den Rollenspielerischen Leistung meiner Abenteurer nicht ganz gerecht wurde:



“Lebt der Hecker noch?” - “Ja er lebet noch!” - ”Hängt er an einem Baum oder Strick?” - “Nein, er hängt am Traum der deutschen Republik!”
Die Sichtklappe der Tür verriegelt wieder, doch kurz darauf öffnet sich die Tür des Wirtshauses nach innen und das warme Licht des Schankraumes fällt vor euren Füßen auf den Pflasterstein.
Durch dichten Zigarrennebel hindurch seht ihr eine zusammengeschobene Ansammlung von Tischen um die herum ein Dutzend Männer und Frauen sitzen. Verstreut zwischen ihnen, mehrere Bögen Papier, Stadtpläne, Briefe und Ausgaben des Festungsboten, sowie ein ansehnliches Arsenal an kleinen Pistolen, Messern und Kurzsäbeln.
Das verschwörerische Raunen erlischt sofort und alle Augen richten sich auf euch. Viele stehen ruckartig auf, einige Stühle kippen um und so manche greifen zu einer Waffe. Auch wenn ihr den Türsteher mit der Parole überzeugen konntet, erkennen die Mitglieder des „Clubs des entschiedensten Fortschritts“ euch als Eindringlinge und befürchten das Schlimmste. Doch bevor es zu einer physischen Auseinandersetzung kommt, denn auch Georg und Marta hatten zeitgleich ihre Pistolen gezogen, ergreift Hubert des Wort und erklärt, dass ihr die Hilfe des Clubs sucht um Rastatt und die Revolution zu retten. Weiterhin schlägt euch Misstrauen entgegen, aber vorerst werdet ihr angehört. Ernst Elsenhans, Verleger des Festungsboten und anscheinend eine führende Rolle dieser Geheimgesellschaft, unterbricht euch nur selten für Rückfragen, oder um wieder auf den roten Faden eurer Berichterstattung zurückzukommen, wenn sich Marta zu ausschweifenden Tiraden über die Preußen hinreißen lässt.
Als ihr damit schließt, dass der Schmuggler Vitus Franz, welcher euch einen Weg durch die preußische Zernierung finden soll, nun von Oberst Biedenfeld in der Ludwigsfeste (Fort A) eingesperrt wurde, ist an den Blicken der Entschlossenheit der Anwesenden klar abzulesen, dass der Club euch seine Unterstützung zusichert.
Die anschließende Planung verläuft so schnell, dass ihr kaum folgen könnt. Beinahe jedes Clubmitglied wirft eine Idee ein wie sie behilflich sein können und Eisenhans notiert fleißig mit. Nach weniger als einer Stunde steht der Plan. Noch heute Nacht soll ein ausgewähltes Team in den Kerker einbrechen und Vitus Franz befreien. Ein Geflecht aus Bestechung, Erpressung, Ablenkung und Betäubungshieben soll euch an den Wachen der Badischen Armee vorbeibringen.
Die Ausführung klappt beinahe tadellos, und in zwei brenzligen Situationen schaffte es Theodore schnell in einen entfernten Schatten zu huschen und von einen patrouillierenden Wachmann fortzulocken. Trotzdem lässt es sich Marta nicht nehmen auf einen kleinen Umweg zwei Soldaten, welche ihre Uniform mit geplünderten Stofftüchern geschmückt hatten, mit einem gezielten Steinwurf in Ohnmacht zu versetzen und sich ihre Textilien zurückzuholen.
Als ihr im Kerker Vitus Franz findet, müsst ihr feststellen, dass sein Zellennachbar niemand anders ist, als der preußische Artillerie-Feldwebel, welchen ihr in der Kirche von Rheinau gefangengenommen hattet. Es schien als hatte er Hoffnung gemacht, als er hörte, wie von außen das Schloss der Gefängnistür geknackt wurde, dass seine Kameraden ihn befreien würden. Um ihn aber weiterhin, trotz gebrochener Tür hier zu halten, beschließt ihr ihn mit den frisch zurückerbeuteten Tüchern in ein beachtlich kompaktes Bündel zu fesseln und zu knebeln.
Wieder draußen, erzählt euch Vitus Franz von seiner Fassungslosigkeit, dass Oberst Biedenfeld ihn einfach hat einkerkern lassen, obwohl er ihn vor Tiedemanns Mordkomplott gewarnt hatte. Dass auf den cholerischen Ausbruch Tiedemanns keineswegs Taten folgen sollten, verstand er nicht und ihr beschließt das Thema ruhen zu lassen, da Vitus Franz bereit ist euch einen Weg nach draußen, hinter die Preußen, zu zeigen. Auch hier tut sich Theodore hervor, indem sie mit dem Schmuggler zusammen lautlos voraus streift um preußische Patrouillen aufzuklären. Und irgendwann, nach gefühlt endlosen Stunden in Gebüschen, geduckten Hechten und angehaltenem Atem, wenn nur wenige Schritte entfernt ein Preuß seine Runde dreht, habt ihr mit Beginn des Sonnenaufgangs Rastatt und den Belagerungsring hinter euch.
In Sandweier, das erste Dorf südlich der Zernierung, besteht Georg darauf in der Kirche anzuhalten und dem Allmächtigen für seinen bisherigen Schutz zu danken, sowie weiterhin um dessen Segen zu erbitten.
Auch wenn ihr euch größte Mühe gebt unauffällig zu bleiben, so stecht ihr, bewaffnet, verschmutzt und leicht verwundet, doch hervor. Der Pfarrer von St. Katharina spricht euch an, doch Georg springt schnell ein und lenkt mit theologischen Themen und Bibelzitaten ab. So erfahrt ihr aber, dass Sandweier sehr unter den Preußen zu leiden hat, da diese es unter Kriegsrecht wie eine Kuh melken, um ihre Vorräte im Belagerungslager aufzufrischen. Da gebt ihr euch als Rastätter zu erkennen und beschreibt eurem Auftrag. Der Pfarrer ist begeistert und schwört zu schweigen. Darüber hinaus, nennt er euch einen Hof eines Preußen-Sympatisanten, auf welchem ihr sicher einige Pferde requirieren könnt. Er sähe darin keine Sünde, da der Barmherzige einer solch noblen Mission seinen Segen gebe.
Mit den Pferden macht ihr gut Strecke und überquert bei Straßburg den Rhein. Hier in Frankreich könnt ihr ungehindert reisen und durch Joannes Dolmetschen erhaltet ihr stets Unterstützung durch die Landbevölkerung, als dann endlich am Abend des zweiten Tages Elsass am Horizont erscheint.
Abseits der Stadt ist ein mittleres Zeltlager, in welchem ihr Teile der Deutschen Demokratischen Legion vermutet. Dort angekommen fragt ihr euch nach Herwegh durch und werdet in ein Pavillionzelt geleitet. An einem Tisch euch gegenüber sitzend, hinter einer Ansammlung von Büchern, die beinahe wie eine Barrikade wirken, trefft ihr jedoch nicht auf Georg Herwegh, sondern  Emma Herwegh, seine Frau. Sie informiert euch, dass Georg zurzeit auf politischer Reise in die Schweiz ist und sie vorerst die Führung über die Legion übernimmt.
Ihr erstattet ihr Bericht über den Zustand von Rastatt und dem letzten Funken der Revolution. Zuerst scheint sie zurückhaltend, erzählt euch, wie sie erfahren hatten, dass der Heckerzug, dem sie sich vor einem Jahr anschließen wollten, bei Scheideck vernichtend geschlagen wurde und sie seither das Leben der Legionäre nicht so leichtfertig wegwerfen möchte, wie es Hecker mit seinen Freischaren getan hatte. Inzwischen zweifelt sie daran, das es im Blut des Deutschen Volke sei, sich seiner Tyrannen zu entledigen, wie es die Franzosen tun. Doch als ihr das Gedicht von Bornstedt übergebt und sie es mehrmals durchliest. Erkennt ihr wie gerührt sie von diesen wenigen Zeilen ist:
„Wie dürfte ich mich Revolutionärin nennen, wenn ich mich hier hinter dem Rhein verschanze, während in Rastatt Männer und Frauen für die Freiheit Deutschlands dem preußischen Tyrannenreich die Stirn bieten?“
Und so gibt sie den Befehl zur Mobilmachung. Das Lager summt nun vor Aufregung und Tatendrang. Hubert tut sich hervor indem er die Bewaffnung der Legion ordentlich überprüft, da sie seit einem Jahr keinen Einsatz gesehen hat. Er lässt defekte Büchsen aussondern und bildet ein kleines Korps, welches sich mit bemerkenswerter Geschicklichkeit um die Instandsetzung kümmert. Marta und Joanne ziehen derweil durch Elsass, welches ebenfalls von dem Aufbruch der Legion in Aufregung versetzt ist. Marta’s pathosgeladene Reden, welche von Joanne simultan übersetzt werden bringen auch unter den Franzosen noch viele weitere Freiwillige, die sich der Legion anschließen wollen.
Am nächsten Morgen ist alles bereit und ihr beginnt euren Marsch, zusammen mit ungefähr 7000 Legionären, zurück nach Rastatt. Unterwegs schließen sich noch weite Teile des Landbevölkerung an, nachdem sie über die letzten Monate erfahren mussten, wie brutal die Preußen unter ihrem Kriegsrecht gegen vormals kapitulierte Dörfer und Städte vorgehen.
Und nach drei Tagen ist es soweit. Ihr durchquert Sandweier und stürmt auf das Lager der belagernden Preußen von Süden zu. Zeitgleich habt ihr mit Feuerwerksraketen Otto von Corvin in Rastatt des Signal für einen zeitgleichen Ausfall gegeben. Donnernd sprechen die Kanonen der Festung, an deren Türme noch immer die schwarz-rot-goldenen Fahnen wehen.

Der Duft der reifen Ähren schlägt euch in die Nase und das Klappern eurer Ausrüstung untermalt das aufgeregte Keuchen eures Ansturms, als dann das erste Donnern der preußischen Gewehre euch entgegenschlägt.

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